SPD-Politiker Müntefering: Austritt aus katholischer Kirche?

Der SPD-Politiker Franz Müntefering (84) hadert mit der katholischen Kirche und denkt über einen Austritt nach. „Ich bin ja katholisch groß geworden und war das auch sehr gerne, war auch intensiv mit dabei, habe von meiner Mutter und meinem Vater eine ganze Menge mitbekommen“, sagt Müntefering in einem Interview mit dem journalistischen Digitalverlag KiVVON in Berlin: „Und diese Idee der Nächstenliebe, die meine Mutter vertrat, die ist sehr ähnlich zu dem, was ich unter Solidarität heute verstehe.“ In einem Brief an die Kirche habe er geschildert, dass er an das Credo mit Gott, dem Himmel, der Erschaffung der Welt und der Sünde sowie „all die Sachen“ nicht glaube. „Sagt mal, ob eigentlich einer wie ich bei Euch noch willkommen ist“, habe er als Frage formuliert.

Er sei in den vergangenen beiden Jahren sehr krank gewesen, erläutert Müntefering: „. Ich habe dann irgendwann drüber nachgedacht: Was hast du eigentlich noch im Leben, was du noch klar machen musst? Weil ich ja nicht unehrlich weggehen will. Dazu gehört dieses Kapitel. Das werde ich auf den Punkt bringen, da werde ich auch nicht wieder aufhören.“

In dem Talk zu seinem aktuellen Buch setzt sich Müntefering auch mit dem Sterben auseinander. Er wolle in Sundern (Sauerland), Berlin, Bonn oder Herne beerdigt werden: „Ich merke, dass die Frage, was passiert mit mir nach dem Sterben laxer genommen wird als ich mir das wünsche. Ich möchte jedenfalls in der Erde sein. Das ist für mich nicht beliebig, wie man damit umgeht. Und eine von den vier Städten die genannt werden, das ist meine Heimat sozusagen. In den anderen habe ich aus Gründen der Politik dann gewohnt und überwiegend gerne gelebt. Ich könnte auch woanders beerdigt sein, aber das sollte man mir gönnen, eine der vier Städte.“

Hier gelangst Du zum Talk mit Franz Müntefering.

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