Arbeiterpfarrer antwortet

Kirchen-Austritt? Prominenter „Arbeiterpfarrer“ antwortet Müntefering

Der als „Arbeiterpfarrer“ bundesweit bekannt gewordene Franz Meurer aus Köln hat in einem Interview mit dem journalistischen Digitalverlag KiVVON auf die Gedanken des SPD-Politikers Franz Müntefering, aus der katholischen Kirche auszutreten, geantwortet. „Was er sagt, ist ja das Normalste vom Normalen“, sagt Meurer in dem Gespräch: „Jeder glaubt an etwas, keiner glaubt an alles. Er selbst, so Meurer, glaube zum Beispiel nicht biologisch an die Jungfrauengeburt: „Das ist ja Quatsch. Aber dass die Jungfrauengeburt eine Mythologie ist, eine Erzählung, um etwas Besonderes nach vorne zu bringen, finden Sie in allen Religionen.“

Glaube sei immer was Persönliches, betonte Meurer. Der konservative Papst Benedikt habe auf die Frage eines Kindes, wie viele Wege zu Gott gibt es gebe, zutreffend geantwortet: „So viele wie es Menschen gibt.“ Es gehe darum, an das Gute zu glauben und es zu machen. Franz Müntefering sei ein „sehr guter Mensch, so ein richtiger Sozialdemokrat alter Schule“ und deshalb auch weiterhin als Mitglied der Katholischen Kirche willkommen, so Pfarrer Meurer.

Franz Müntefering hatte in einem KiVVON-Interview zu seinem aktuellen Buch gegenüber Moderator Frank Überall geschildert, dass er an das Credo mit Gott, dem Himmel, der Erschaffung der Welt und der Sünde sowie „all die Sachen“ nicht glaube. „Sagt mal, ob eigentlich einer wie ich bei Euch noch willkommen ist“, habe er als Frage formuliert. Der katholische „Arbeiterpfarrer“ Franz Meurer ist bundesweit bekannt, weil er in einem von Armut gekennzeichneten Viertel Kölns wirkt und sich immer wieder auch in politische Diskussionen einmischt. 2002 wurde ihm deshalb die erste „Alternative Ehrenbürgerschaft“ Kölns verliehen.

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